Ausstellungsraum im Rautenstrauch-Joest-Museum mit einer kunstvoll gestalteten Totenprozession: Im Vordergrund steht eine reich verzierte weiße Stierfigur auf einer vergoldeten Trageplattform, begleitet von zeremoniellen Schirmen. Dahinter befindet sich ein aufwendig geschmückter Leichen- oder Schreinaufbau auf Bambusgestellen. Die Installation thematisiert Abschied, Tod und Jenseits im Rahmen des Themenparcours „Der Mensch in seinen Welten“.
© Martin Claßen und Arno Jansen

Abschied und Erinnern

Tod, Abschied und Trauer gehören zum Leben, und doch fehlen in unserer Gesellschaft oft Räume, um darüber zu sprechen.

Mit dem Pilotprojekt „Abschied und Erinnern“ schafft der Museumsdienst Köln geschützte Orte, an denen sich Kinder, Jugendliche und Auszubildende in Pflegeschulen und -einrichtungen, die oft in Trauerprozessen vergessen werden, gemeinschaftlich, achtsam und begleitet mit Verlust, Erinnerung und Trauer auseinandersetzen können.

Das Projekt

Der Tod ist allgegenwärtig und bleibt doch in unserer modernen Gesellschaft oftmals ein Tabuthema. Sterben findet oft fern der Gemeinschaft in Krankenhäusern oder Pflegeheimen statt, während Trauernde sich nicht selten isoliert und allein fühlen.

Der Museumsdienst Köln richtet sich mit dem Projekt „Abschied und Erinnern“ bewusst an zwei Gruppen, die in der öffentlichen Trauerarbeit häufig in den Hintergrund treten: Einerseits sind dies Kinder und Jugendliche in ihrer Trauer, sowie anderseits Auszubildende in Pflegeeinrichtungen und Pflegeschulen, die im Rahmen ihrer Ausbildung regelmäßig mit Tod und Abschied konfrontiert werden.

In einem geschützten, mehrteiligen Format setzen sich die Teilnehmenden in geschlossenen Gruppen mit den Themen Tod, Trauer, Abschied und Erinnern auseinander. Jede Gruppe nimmt an einer Veranstaltungsreihe mit drei Terminen teil, die jeweils thematisch passend in einem anderen Kölner Museum stattfinden.

Jeder Termin dauert 90 Minuten und gliedert sich in zwei Teile:

Eine dialogische Betrachtung ausgewählter Museumsobjekte mit thematischen Impulsen innerhalb einer Führung sowie einen anschließenden Workshop. Für Teilnehmende mit berufsbezogener Nähe zu Abschied und Erinnern wird der Workshop als Gespräch mit einer professionellen Trauerbegleiterin gestaltet. Dieses Gespräch bietet Raum, über die, bei der Objektbetrachtung gemachten, Erfahrungen zu sprechen und emotionale Stabilität zu fördern.

Bei Kindern und Jugendlichen wird der Workshop zusätzlich durch kreative Ausdrucksformen bereichert. Diese ermöglichen es, dem Machtverlust über die eigene Trauer entgegen zu wirken und sich weniger ausgeliefert zu fühlen.

Das Projekt wird als Pilotprojekt durchgeführt und ermöglicht drei Gruppen eine kostenlose Teilnahme an der Veranstaltungsreihe. Konzeption und Umsetzung liegen beim Museumsdienst Köln.

Ermöglicht wird das Projekt durch die Unterstützung von Christoph Kuckelkorn, der mit seiner Spende an die mpg, dem Förderverein des Museumsdienstes Köln, die Realisierung dieses besonderen Angebots möglich macht.

Was das Projekt bewirkt

  • Neue Zugänge schaffen: Das Projekt eröffnet geschützte Räume für den offenen Umgang mit Tod, Trauer und Erinnerung.
  • Stärkung und Bildung: Kinder, Jugendliche und Pflege-Auszubildende werden in ihrer individuellen Trauerbewältigung und im reflektierten Umgang mit beruflichen und emotionalen Belastungen gestärkt.
  • Gemeinschaft und Austausch: Museen werden zu Orten des Zuhörens, Erinnerns und Mitgefühls, die Austausch, Zusammenhalt und emotionale Stabilisierung fördern.
  • Kulturelle und soziale Sichtbarkeit: Das Projekt verknüpft kulturelle Bildung mit Trauerarbeit und psychosozialer Begleitung und positioniert Museen nachhaltig als Orte von Empathie und gesellschaftlicher Relevanz.

Weitere Informationen

Hier finden Sie die Pressemitteilung der Stadt Köln:

Projektpartner

Mit freundlicher Unterstützung des

Logo Christoph Kuckelkorn

Projektort

Jeweils thematisch passend in einem anderen Kölner Museum.

Projektleiterin

Dr. Marion Hesse-Zwillus
Leitung Programme Inklusion und Museum

E-Mail: marion.hesse-zwillus@stadt-koeln.de
Telefon: +49 221 221 24091